Freitag, 22. März 2013

Sri Lanka - Letzte Destination!


Wir haben uns vorgenommen, die letzte Etappe unserer Weltreise gemächlich anzugehen, um möglichst erholt in den Schweizer Alltag zurück zu kehren!

Nach Indien fällt uns in Sri Lanka als Erstes auf, dass alles sehr ordentlich ist. Alle Menschen scheinen ein Dach über dem Kopf zu haben, die Strassen wirken sauber und man fährt zivilisert Auto - ohne Gehuppe! Hier sind die Leute europäischer gekleidet als in Indien, wo die meisten Männer einen "Lungi" (gebundenes Tuch um die Hüfte) tragen und die Frauen ihre Körper mit  farbigen Saris schmücken.
Unsere ersten beiden Tage in Sri Lanka waren ein Highlight. Alexis (Arbeitskollege von Denise) hat uns zu einem wunderschönen Einstieg verholfen: wir durften nämlich 2 Tage bei seinen Eltern auf einer Teeplantage nördlich von Colombo verbringen. Rita und Rangie haben uns über die Arbeiten auf einer Plantage aufgeklärt und wir haben viel über die Fabrikation von Silberspitzentee (Weisstee) gelernt: man erntet die jungen Triebe und lässt sie für eine kurze Zeit - bis knapp vor die Fermentierung - trocknen. Daneben produzieren die beiden auch Pfeffer (was für ein Aroma!) und Zimt (was für ein Duft!). Es gibt auch Nelken, Zitronengras & Reis auf der Plantage. Wir durften unsere Koffer mit vielen "Goodies" füllen ... wie schade, dass unser Platz beschränkt ist!

Nach diesem herrlichen Aufenthalt ging unsere Reise weiter nach Kandy, wo wir ein Elefantenwaisenhaus - das "Pinnawala Elephant Orphanage" - besuchten. So viele Elefanten auf einmal haben wir noch nie gesehen! Das Waisenhaus nimmt Elefanten - vor allem Babys - auf, die sich in der Wildnis verletzten haben und ohne Hilfe nicht weiter leben könnten. Diesen Waisen haben sich in den letzten 30 Jahren derart vermehrt, dass die Gemeinschaft auf 80 Tiere anwuchs. Es war faszinierend, diese Riesen beim Baden im Fluss zu beobachten. Ein Erlebnis, nicht nur für die Buben!

Dann setzten wir unsere Reise mit dem Zug von Kandy nach Ella fort. Zum Glück empfahl uns der Schalterbeamte die Reise unbedingt im 2. Klassewagen zu unternehmen. Hier konnten wir die Fenster öffnen (im Gegensatz zur 1. Klasse, wo die Wagen bis zu Tiefkühl-Temperaturen gekühlt werden!) und konnten so den Duft der Tee-Felder geniessen. Diese Zugfahrt durch die Hochebene Sri Lankas ist eine der schönsten Zugstrecken der Welt. Die Märchenlandschaft nimmt einem wahrlich den Atem. Soweit das Auge reicht, sieht man saftig-grüne Teefelder zwischen romantischen Bächlein & Wasserfällen, inmitten einer zauberhaften Hügel-Landschaft. Manchmal lugt da und dort die weisse Stupa eines Tempels hervor. Die Pfade, die durch die Teefelder angelegt wurden, scheinen mit Zirkel und Lineal vollzogen zu sein. Alles ist in geometrischer Vollkommenheit. Die Luft riecht buchstäblich nach Tee; aber auch nach Jasmin & Zimt. Und das Klima ist traumhaft - frisch & angenehm mild. Wir haben die Zugfahrt in zwei Etappen vollzogen. Am ersten Tag wurden wir von Sonnenschein & blauem Himmel begleitet. Am 2. Tag hing der Nebel ganz tief und die Gegend lag in mystischer Verhüllung. Nachdem wir den Pass erreicht hatten (2000 Meter), fuhr der Zug in engen Kurven ins Tal hinunter, die Teefelder wurden spärlicher, dafür folgten die Reisfelder - in der selben geometrischen Präzision - verteilt auf unzählige Stufen. Wunderschön! So fährt dieser hellblaue Zug (was für ein Farbenspiel!) in aller Gemütlichkeit durch diese Bilderbuchlandschaft und bedient viele kleine Bergbahnhöfe. Diese alten Bahnhöfe sind kleine Juwele. Die Anzeige-Tafeln sind von Hand gemalt - mit schönsten Verzierungen. Und überall stehen Geranien .. und exotische Pflänzlein in Töpfen. Jedes Detail wird mit Hingabe gepflegt. Nach all' dem Staub und Dreck, dem wir in Indien ausgesetzt waren, lechzen unsere Augen nach den satten Farben und unsere Seelen hüpfen vor lauter Freude über die Bilderbuchwelt.

Nach diesem Abstecher in die Hochebene Sri Lankas zog es uns wieder zurück ans Meer. Die letzten zwei Wochen reisten wir "step by step" der Küste längs bis nach Colombo. Wo immer es und gefiel, machten wir einen Halt, verbrachten die Nacht .. oder gleich mehrere Nächte. Einmal war es ein Beachhouse am Meer - bei einer Aussteigerin (Italienerin) - die sich vor 23 Jahren auf einer Weltreise befand und in Sri Lanka hängen blieb. Ein anderes Mal war es die Ayjurveda- und Yoga-Oase, wo aber auch Surfer auf die Rechnung kamen (was für eine Mischung!).  Und am Ende war es ein einfaches, familienfreundliche Guesthouse - direkt am Strand - geführt von Einheimischen, die uns mit den besten Rotis und Currys verwöhnten. Von da konnten wir den Fischern zu schauen, wie sie auf ihre "Sticks" klettern und von da aus unzählige, kleine Fische aus dem Meer zogen. Und wir sahen Baby-Schildkröten, die sie sich vom Ei aus dem Sand buddelten und ihren Weg ins Meer suchten.

Tja; es ist einfach, sich in Sri Lanka zu verlieben. Es ist eine wunderbare Feriendestination und hat alles zu bieten, was das Herz begehrt: Nationalparks, Dschungel (hier wurde Indiana Jones gedreht!), Strände, Kulturschätze, und unbeschreibliche Bodenschätze: Tee, Zimt, Vanille, Cashews, Kardamom, Pfeffer, Kaffee  - man kommt aus dem Staunen gar nicht heraus. Wir sind verzaubert! Und hoffentlich erholt und gerüstet für unsere Rückkehr in die Schweiz. See you soon!

*****  THE END ****


Donnerstag, 28. Februar 2013

Crazy India!


Das Indische Essen ist traumhaft! Wir entdecken in den Gerichten jeden Tag neue Gewürze oder lernen neue Kombinationen kennen, so z.B. feingehackte Bohnen mit Kokosnuss und Senfsamen. Eine Delikatesse!
Auf dem Markt finden wir neue Gemüsesorten oder stossen auf altbekannte; wie Topinambur - zubereitet an einer dickflüssigen Gewürzbuttersauce zusammen mit Naan - sehr lecker! So kommen wir problemlos auch ohne Fleisch aus, wie die meisten Inder im Süden (- sei es aus Überzeugung, oder weil man sich Fleisch nicht leisten kann). 


In Indien scheint die Uhr nach einem anderen Takt zu schlagen. Die Menschen haben jede Menge Zeit; stehen herum, glotzen einem an (wenn wir vorbei laufen, ist das wie Kino für die einen!) oder schlafen in jeder erdenklichen Ecke und in jeder erdenklichen Position. Als Ausländer wird man ständig angequatscht. Jeder ist ein Händler und die Geschäfte finden auf offener Strasse statt. Zu Hause ist man lediglich für den nächtlichen Schlaf und das Schlafzimmer teilt man in der Regel mit Grossmutter, Mutter, Vater, Schwägerin, Bruder, Schwester und zahlreichem Nachwuchs. Wohl deswegen sehen wir auf den Strassen so viele schlafende Menschen: dann wer kann schon Schlaf finden, mit 10 Personen im gleichen Raum? Die meisten Menschen scheinen zu Hause weder Toilette noch Küche zu haben. Die "Geschäfte" macht man auf offener Strasse .. und dort werden auch die Mahlzeiten eingenommen.
Viele Kinder arbeiten schon früh im "Familienunternehmen". So werden wir jeden Tag von zahlreichen, winzigen, ausgestreckten Kinderhändchen verfolgt. Die Kleinen können kaum laufen, stattdessen in einwandfreiem Akzent ein einziges Wort sprechen: "cash". Was für eine verrückte Welt!

In den letzten Tagen haben wir einige Kilometer abgespult; so gab es drei Busfahrten, zwei Zugreisen und einen Aufenthalt in einer Kaffeeplantage. Es war für uns sehr interessant, den Arbeitern beim Pflücken der Kaffeebohnen und der Pfefferkörner zuzuschauen. Abends wurden dann die vollen Säcke zur Waage gebracht. Ein Tageslohn beträgt 180 Rupien (CHF 3.50) plus eine kleine Entschädigung für jedes gewonnene Kilo. Das kommt einem Leistungslohn gleich. Auf der selben Plantage wurde bis vor einem Jahr auch Vanille angepflanzt. Der Plantagenbesitzer erklärte uns, dass die gesamte Vanilleernte letztes Jahr einem Pilz zum Opfer fiel. Zumal die Bestäubung der Vanillepflanze derart aufwendig ist, wird es in Zukunft auf dieser Plantage keine Vanille mehr geben. Schade, wir hätten gerne gesehen, wie Vanille wächst.

Später ging es weiter in die Backwaters von Kerala - mit Hausboot, eigenem Koch & Captain. Die Landschaft & das Treiben der Menschen entlang des Fluss-Ufers hat uns sehr gefallen: Wäsche waschen, sich selber waschen, Fischen, Schnapsbrennen, Kokosnussernten .. es war, als würde ein Film an uns vorbeiziehen. Die Nacht, die wir auf dem Hausboot verbracht hatten, war allerdings eine der schlimmsten unserer Reise. Bei 36 Grad & keinem Windhäuchlein sind wir unter dem Moskitonetz fast erstickt! Deswegen haben wir dieses Abenteuer dann frühzeitig abgebrochen, ganz zum Leid der Buben, die sich mit dem Koch blendend verstanden hatten. Statt auf dem Hausboot verbrachten wir die folgende Nacht in einem klimatisierten Zimmer .. und schliefen so gut, wie schon lange nicht mehr!

Danach zog es uns an den Strand. In Varkala haben wir ein paar gemütliche Tage am Meer verbracht, auch wenn der Strand nicht sonderlich schön war. Die nächste Etappe hiess Trivandrum, wo wir den Zoo besuchten - inspieriert vom Buch/Film "The Life of Pi". Dann verliessen wir Kerala und flogen an die Ostküste - nach Chennai im Staat Tamil Nadu. Wir fuhren nach Mamallapuram - dem Zentrum der indischen Bildhauer. Es war schön, von morgens bis abends dem Geklopfe der Steinmetzler zuzuhören und zu sehen, wie die Kunstwerke entstehen. Es gab ebenfalls einige schöne Tempel und Figuren aus dem 7. Jahrhundert zu bestaunen.

Am Ende fuhren wir nach Pondicherry, wo wir uns nochmals auf den Spuren von "Life of Pi" bewegten. Der französisch geprägte Ort hat uns sehr gefallen und wir freuten uns über den Hauch Europa, der überall in den Gassen zu spüren war. Was für ein versöhnlicher Indien-Abschluss, nachdem uns Armut, Hitze, Dreck, Verkehr & Menschenmassen oft an den Rand der Verzweiflung brachten. Mal schauen, wie es auf unserer letzten Etappe - in Sri Lanka -  weiter geht!






Mittwoch, 6. Februar 2013

Good morning India! - duh duh duh, bup bup!


Wir sind letzte Nacht in Bangalore (Südindien) angekommen. Hupend - ganz nach dem Motto; jetzt komme ich; (weil viele Transportmittel kein Licht haben) ging es mit dem Taxi vom Flughafen in das Stadtzentrum. Als erstes wollte uns der Taxifahrer über's Ohr hauen: statt den vereinbarten Betrag - gemäss Taximeter-Tarif - verlangte er am Ende zusätzliche 50% Nachtaufschlag. Denkste - nicht mit uns! Nach den Erfahrungen in Argentinien haben wir gelernt, kämpferisch zu sein! So reichte die Androhung, dass wir die Polizei rufen. Umgehend war der Nachtzuschlag kein Thema mehr!

Tja, der ständige Kampf setzt sich also auch in Indien fort: als Tourist ist man immer auf der Hut, nicht vollends abgezockt zu werden. Wir nehmen solche Erfahrungen mit Humor, aber sie sind auch ermüdend - vor allem nachts um 01.00 Uhr, nach einem langen Flug, wenn man sich nur noch die Bettdecke wünscht!

Bangalore ist eine 5 Mio. Stadt, mit viel Verkehr und Lärm, - oder eben Gehupe! Hier bedeutet Forwärtskommen das reinste Abenteuer. Wir versuchen's morgen mit dem Zug - mal schauen, wie weit wir kommen! Vorerst nähern wir uns der indischen Küche & gönnen uns ein paar Leckereien der südindischen (vegetarischen!) Küche.
En Guete .. und bald mehr indische Geschichten!




Samstag, 26. Januar 2013

Myanmar - Das Goldene Land*




Nach Bangkok ging unsere Reise nach Myanmar. In Yangon starteten wir als erstes mit Geld wechseln – Kyat, die einheimische Währung, gibt es nur im Land selbst und nur gegen einwandfreie Dollarnoten. Unsere geführte Tour begann dann mit einer Stadtrundfahrt – einem Rundgang durch die Strassen und Märkte von Yangon. Unseren ersten Sonnenuntergang in Myanmar erlebten wir auf der mächtigen und oh so zauberhaften Shwedagon Pagode, zusammen mit vielen Einheimischen und Buddhistischen Mönchen, aber auch mit einer grossen Anzahl Touristen.
In den folgenden Tagen erlebten wir drei Inlandflüge, eine holprige Zugfahrt durch das Landesinnere und eine Schifffahrt auf dem Irrawaddy. Während einer Bootsfahrt auf diesem geschichtsträchtigen Fluss zieht das Leben der Einheimischen wie in einem Film vorbei: Ochsen, die durch die Äcker stapfen - Einheimische, die sich selbst und ihre Kleider in der braunen Brühe waschen - Pagoden, die im Dunst erahnbar sind; und Flosse, die vollgepackt mit Kokosnüssen & Bambusstämmen den Fluss abwärts schwimmen.  
Ebenso unvergesslich bleibt die Stadt Bagan, die mit ihren 2000 Tempeln und Pagoden (verteilt auf 30 km2) zum Weltkulturerbe gehört. Der Anblick dieser Monumente – möglichst in erhöhter Lage bei Sonnenuntergang – nimmt einem buchstäblich den Atem! Nicht weniger eindrücklich ist der Anblick der längsten Teak-Holzbrücke der Welt: die U-Bein Brücke in Mandalay.
Aber am meisten hat es uns auf dem Inle-See gefallen. Hier leben die Einheimischen so ursprünglich wie zu Pfahlbauerzeiten. Man betreibt noch altes Kunsthandwerk: Silberschmiede, Schirmmacher, Bootsbauer, Zigarrenfabrikanten, Färbereien und Webereien – genau so, wie sie in der Schweiz vor mehr als 100 Jahren in Betrieb waren. Die Menschen sind so herzlich, so pur und “unschuldig“,  dass uns die Begegnungen immer wieder zu Tränen rührten. Was die Leute ebenfalls so speziell macht, ist ihre Gesichtsbemalung: Männer, Frauen und Kinder bemalen sich mit einer goldfarbenen Masse, die sie von der Rinde eines Baumes gewinnen. Jeden Morgen schmieren sie sich diese “Schminke“ ins Gesicht. Sie dient als Sonnenschutz, oder einfach als “Verschönerung“ (ähnlich unserem Make-up!). Auf gewissen Wangen entstehen tatsächlich richtige Kunstwerke. Rührend!
Myanmar  - ja oder nein? Diese Frage stellten wir uns mehrmals, bevor wir uns für eine Reise in dieses Land entschieden. Jetzt wissen wir es mit Sicherheit: Ja! Denn die Einheimischen befürworten den Tourismus - sie wünschen sich nichts mehr als eine Oeffnung. Und mit der Oeffnung erhoffen sie sich “Freiheit“, oder zumindest eine Demokratie. Dieses Land ist ein Zauber – und in die Menschen verliebt man sich ohnehin. So wünschen wir uns, dass sich der Massentourismus in Zukunft in Grenzen hält und möglichst wenig von diesem Zauber zerstört. Möge sich das Land und die Leute noch möglichst lange ihre “Unschuld“ bewahren.

Myanmar schlägt alles, was wir bis jetzt gesehen haben – es ist unser absolutes Lieblingsland!


*Myanmar wird auch das "Goldene Land" genannt, weil die Stupas (Dächer) der Pagoden aus purem Gold sind - oft sind die Spitzen mit funkelnden Diamanten veredelt




Samstag, 12. Januar 2013

chillen .. & Visas einholen!


Die Tage rund um Neujahr fühlten sich für uns an wie Ferien ( - Reisen fühlt sich tatsächlich nicht immer an wie Ferien!). Wir haben den ganzen Tag unsere Seelen baumeln lassen, das Inselleben und die Aussicht genossen und einfach gar nichts gemacht. Abends flanierten wir jeweils dem Strand entlang und suchten uns ein Restaurant, dessen Tische direkt am Strand platziert waren und wo wir unsere Füsse in den noch warmen Sand stecken konnten. Während sich die Buben im grössten Sandkasten aller Zeiten vergnügten, genossen wir die wunderschöne Abendstimmung. Die Thais sind exzellente Köche. Wer glaubt, dass sie sich lediglich auf rotes oder grünes Curry spezialisieren, irrt sich. Neben europäischen Gerichten findet man auch ein reichhaltiges Angebot an indischen Speisen - alle sehr lecker zubereitet! Das Bier ist meistens einheimisch und heisst Singha oder Chang. Der Wein kommt aus Frankreich, Südafrika oder Chile.
Es fiel uns schwer, die südthailändischen Inseln zu verlassen. Aber alles nimmt mal eine Ende ..
So brachte uns ein Boot wieder auf's Festland und ein Nachtbus nach Bangkok. Im Hotel angekommen, fuhren wir zur Botschaft von Myanmar. Dort standen wir 3 Stunden Schlange bis wir endlich unseren Visa-Antrag für die Einreise nach Myanmar abgeben konnten. Zum Trost gab es nachher eine lange Tuk Tuk-Fahrt, was die Buben wieder aufmunterte! Am nächsten Tag das gleiche Prozedere auf der Indischen Botschaft - Horror!
Und zwischenzeitlich haben wir auch schon wieder einen Spital-Besuch hinter uns, weil Thiéry's Durchfall und Bauchschmerzen nicht enden wollten. Diagnose: klassische Lebensmittelvergiftung. Mit Hilfe der Medikamente, die der Arzt verschrieb, ging es Thiéry glücklicherweise innerhalb von 2 Tagen besser.
Jetzt sind wir gerüstet für das Abenteuer Myanmar! Es erwartet uns eine 12-tägige Rundreise mit eigenem Driver und Reiseleiter.

Montag, 31. Dezember 2012

Sonntag, 30. Dezember 2012

Malaysia / Thailand



Von Hong Kong ging unsere Reise weiter nach Kuala Lumpur, wo wir uns als erstes um das Visum für Thailand kümmerten.
In Malaysia war die Regenzeit noch deutlich spürbar, fast immer um die gleiche Zeit kam es zu einer Wolkenentleerung. Das feucht-heisse Klima forderte unsere Körper in den ersten Tagen heraus, so dass wir meistens erst abends auf die Strasse gingen.
Obwohl Malaysia hauptsächlich muslimisch ist, wird hier Weihnachten im grossen Stil gefeiert, zumindest was das Vorweihnachtshopping anbelangt. So grosse Tannenbäume in den Einkaufszentren haben wir in der Schweiz noch nie gesehen und in den Restaurants lief ständig "Jingle Bells", was uns nach kurzer Zeit nervte.
Da Weihnachten auch gleichzeitig Schulferienzeit bedeutet, erschwerte sich unsere Planung einwenig. Es war schwierig, für die bevorstehenden Tage eine Unterkunft zu finden. Entsprechend erreichten wir Thailand früher als geplant.
Den Grenzübertritt haben wir zu Fuss gemeistert, nachdem uns ein Taxifahrer zum Zoll brachte, vorbei an langen Autoschlangen. Die Fussgängerschlange war dann jedoch immer noch beträchtlich!
Als erstes begrüsste uns an der Grenze ein kleiner Affe, der frech im Zollgebäude herumturnte und die Zöllner ärgerte - uns jedoch aufmunterte!
Nach der Immigration mussten wir uns um die Weiterfahrt kümmern, was sich als nicht ganz einfach erwies. Nach langem Verhandeln (mit Händen & Füssen!), fanden wir einen Fahrer, der uns weiter nördlich - nach Trang - brachte.
Trang ist die Schaltstelle für die südthailändischen Inseln in der Andamanensee. Erneut haben wir zwei Tage gebraucht, um uns zu organisieren und eine geeignete Unterkunft auf einer Insel zu finden. Am Ende spielten Glück und Zufälle zusammen und wir landeten auf Koh Lanta, in einem wunderschönen Hotel, direkt am langen Sandstrand. Da verbrachten wir Weihnachten - am Strand mit Thaifood  .. & unseren Füssen im Sand! Nach ein paar Tagen verliessen wir Koh Lanta, um auf eine kleinere Insel zu gelangen - Koh Ngai. Hier führen wir ein Robinson Crusoe-Leben - die Insel ist so winzig, dass man in 1h rundum laufen kann. Es gibt keine Strassen - lediglich das eine oder andere Longtailboat schmückt die herrliche Kulisse. Viel romantischer kann man wohl nicht ins Neue Jahr schreiten ...!

Donnerstag, 20. Dezember 2012

香港 Hong Kong - glow in the dark!



"Hong Kong by night" bietet eine unvergessliche Farbenpracht: farbige Neonreklamen, animierte Displays und jetzt, im Dezember, eine kunterbunte Weihnachtsbeleuchtung. Um punkt 20.00 Uhr kommt jeden Abend eine aufregende Lichtshow dazu. Da wird einem ein Lichtspektakel der besonderen Art geboten. Entlang der 3 km langen Skyline wurden 44 Hochhäuser in das Lichtkonzept eingebunden. Ganze Häuserfassaden leuchten zum Takt einer klassischen Musik. Von den höchsten Spitzen der Wolkenkratzer strahlen Laser und "Movings-Lights" in die Nacht hinaus. Gleichzeitig verkehren am Victoria Harbour beleuchtete Schiffe und am Himmel kann man Flugzeuge erspähen. Was für ein Spektakel!
Die 7 Millionenstadt blüht nicht nur hier, am Victoria Harbour, sondern auch in den vielen Gassen, wo die Leute ins Nachtleben eintauchen. Sei es zum Shoppen, Essen gehen, sich eine Fussreflexzonenmassage gönnen oder eben gerade noch ein Geschenk für Weihnachten zu ergattern. Soviele Luxusläden & Luxusautos sieht man selten in einer solchen Dichte. Vor den Chanel-Läden stehen die Menschen Schlange - nicht verwunderlich; alle gut betuchten Hong Kong-Chinesinnen tragen Chanel-Turnschuhe. Die Männer schmücken sich stattdessen mit einer Leica-Kamera oder einer kostspieligen Uhr. Hauptsache teuer; das Aussehen ist zweitrangig! Geld scheint bei Einzelnen in Hülle und Fülle vorhanden zu sein.
Nicht weit davon entfernt leben die Menschen in schuhschachtelgrossen Wohnungen. Überall hängt Wäsche; hinter und vor den Fenstern.

Die winzigen Balkone der Hochhäuser werden mit Bambusrohren vergrössert, einfach um noch ein bisschen mehr Platz zu schaffen. 


Tja; es gäbe noch vieles zu erzählen ..z.B. von den Männern, die für mehr Glück ihre Vögel anhimmeln & für mehr Potenz ein getrocknetes Seepferdchen im Tee auflösen - oder von den Fischern, die sogar im Dolendeckel ihr Glück versuchen - oder von den turnenden Greisen im Park - oder von den Starbucks-Café's in jeder Ecke ...!
Die Leute in Hong-Kong sind freundlich und offenherzig. Sie sind sehr dienstleistungsorientiert und bestens organisiert. Hong Kong ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten und lädt zum Verweilen ein. Vor allem, wenn es einen wunderbaren Swimming-Pool auf dem Hochhausdach gibt (- herrlich!). Gewohnheitsbedürftig sind die vielen Stubser im Alltag (die Menschen drängen von hinten und von vorne), die Sprache und der Lärmpegel! 

再見

Montag, 17. Dezember 2012

South Island - paradiesisch & nachdenklich



Die Fahrt mit der Fähre von Wellington (Nordinsel) nach Picton (Südinsel) wird uns noch eine Weile in (negativer!) Erinnerung bleiben. Die See war so stürmisch und der Wellengang derart hoch, dass wir ständig die Kotz-Tüte bereit halten mussten. Der Cook-Kanal ist offenbar bekannt für legendäre "Schüttelbecher"-Erfahrungen; da ist das Kap Hoorn "a piece of cake"! Die Kinder einer gesamten Schulklasse mussten sich vor unseren Augen übergeben. Das saure Geschmäcklein, das überall in der Luft hing, gab Denise dann definitiv den Rest! So waren wir heilfroh, als wir wieder Boden unter den Füssen hatten.

Wir fuhren am nächsten Tag weiter nach Nelson und zum Abel Tasman Nationalpark. Die Fahrt durch die Weingegend Neuseelands gefiel uns sehr gut; vielerorts luden die unzähligen Weingüter zu Degustationen ihrer edlen Tropfen ein. Am Ende folgten wir einer "Lonely Planet"-Empfehlung und landeten im schönsten "Backpacker" aller Zeiten. Notabene haben Lynley und Mike mit ihrer "Hopewell Lodge" bereits etliche Auszeichnungen gewonnen. Wir hatten Glück und konnten 5 Nächte in diesem Kleinod in den Marlborough Sounds verbringen. Schon die Anfahrt war ein Spektakel: man wird von Mike mit dem Wassertaxi abgeholt; und danach wird man mit selbst gebackenem Kuchen und Limonade vom eigenen Zitronenbaum empfangen. So herzhaften und aufmerksamen Gastgebern sind wir bis jetzt noch nirgendwo begegnet. Die "Mussel-Nights", wo abends alle Gäste an einer grossen Holztafel sitzen und gemeinsam Muscheln essen, wird uns noch lange in Erinnerung bleiben; - für Dani vor allem wegen den Muscheln & für Denise wegen den Begegnungen mit den Menschen aus aller Welt!).

In Hopewell konnten wir alles unternehmen, was unser Herz begehrte: Fischen, Kayaken, Wandern, Velo fahren, Glühwürmchen sehen;  vor allem aber genossen wir die Ruhe und waren dankbar für die vielen Spielsachen, die es für die Buben gab (die Kinder der Gastgeber waren bereits ausgeflogen, aber die Spielsachen & Bilderbücher sind geblieben ...!!)

Am liebsten hätten wir dieses traumhafte Plätzchen nie mehr verlassen - www.hopewell.co.nz!

Nach diesen erholsamen Tagen fuhren wir gemütlich der Ostküste entlang südwärts. Wir verbrachten drei Tage in Kaikoura, einem Dorf, das für Tierbeobachtungen (Wale, Delfine, Seelöwen ..) bekannt ist. Unser Gastgeber war ein Berufs-Fischer. Er nahm uns eines morgens mit zum Crayfish fangen - Crayfish sind eine Art Languste. Es war eindrücklich, zu sehen, wie er seine Boyen lokalisiert, dann seine Käfige aus dem Meer zieht .. und in der Regel 4-5 Langusten in der Falle sitzen. Für so eine Languste bekommt man in Neuseeland mindesten CHF 50.- !

Unsere letzten Neuseeland-Tage verbrachten wir in Christchurch. Mit der alten Kathedrale und dem grossen botanischen Garten gehörte Christchurch einst zu den schönsten Städten Neuseelands. Das Erdbeben vom Februar 2011 zerstörte die Stadt jedoch in einem kaum erfassbaren Ausmass. Die Gebäude, die das Erdbeben überlebt haben, darf man wegen Einsturzgefahr nicht mehr betreten; und die Strassen & Brücken sind zwar saniert, aber wegen den vielen Nachbeben wieder von neuem beschädigt. Die Stadt ist tot. Da ist kein Leben mehr. Mit jedem Nachbeben (und davon gab es im letzten Jahr offenbar mehr als - sage & schreibe - 10'000!) sind mehr und mehr Menschen weggezogen. Die wenigen Leute, die Christchurch treu geblieben sind, haben eine Art Galgenhumor entwickelt. So gibt es - neben Baustellen von Baustellen - ein farbenfrohes Container-Dorf, wo ein paar verlorene Seelen ihre Produkte verkaufen.
Echt traurig!

 

 

 

 

Dienstag, 4. Dezember 2012

New Zealand - North Island



Die Reise von Buenos Aires via Santiago de Chile nach Auckland dauerte 18 Stunden.
Die Zeitumstellung brachte uns für einige Tage aus dem Rhytmus. So waren die Buben morgens um 4 Uhr wach und vor dem Abendessen schliefen sie ein, um dann um Mitternacht mit einem Bärenhunger wieder auf zu wachen! Die Tage in Auckland waren verregnet, was uns arg betrübte. Anfänglich überlegten wir, gleich in die Südsee weiter zu fliegen.
Nach der Anklimatisation entschieden wir jedoch, in Neuseeland zu bleiben ...  und bereuen es mittlerweile auf keine Weise. Unser Plan ist es, von Auckland - auf der Nordinsel - nach Christchurch - auf der Südinsel - zu fahren. Wir sind mit einem Mietwagen unterwegs und fahren gemütlich durch die abwechslungsreiche Landschaft. Die ersten Tage verbrachten wir auf der Coromandel-Halbinsel. Eine heisse Abwechslung war die "Hot-Water-Beach", wo wir in heissem Quellwasser am Strand baden konnten. In der Nähe fanden wir eine wunderschöne Jugendherberge, mit viel Platz zum Austoben für die Buben, und mit einer grossen Anzahl Kajaks, die wir rege benutzten.

Über Taupo - am Lake Taupo - fuhren wir an die rauhe Westküste, vorbei am Tongariro Nationalpark, dessen gleichnamiger Vulkan sich gerade heftig bemerkbar machte. Zum Glück blieb es bei den Rauchschwaden, aber aus Sicherheitsgründen wurden trotzdem alle Trekkings in der Region abgesagt.

Weiter ging unsere Reise südwärts durch das Wanganui-Tal nach Wellington. Die Hauptstadt Neuseelands begeisterte uns sehr. Die Grösse und die Lage von Wellington scheinen optimal und die vielen Restaurants, Cafés, Kinos, Theater und Museen geben der Stadt ein ganz besonderes Flair.
Wellywood - wie man Welllington auch nennt - feierte eben gerade die Premiere von Peter Jackson's
"The Hobbits" und über der Stadt schwebte noch ein Zauber von Stars und Sternchen!

Wir sind mittlerweile stolze Besitzer einer Jugenherbergen-Mitglieder-Karte! So reisen wir durch Neuseeland - von einer Jugenherberge zur anderen - und freuen uns über die kunterbunte Gesellschaft, die wir jeweils antreffen. Die Gemeinschaftsküchen sind Begegnungsstätten für Menschen aus aller Welt .. und für die Buben gibt's immer irgendwo eine Ecke mit Spielsachen. Lucky us!


Montag, 12. November 2012

Kap Hoorn - die Landung!


Wir verbrachten vier unvergessliche Tage mit der " M/S Via Australis" auf See. 2x pro Tag ankerte das Schiff jeweils, so dass wir sogenannte "Exkursionen" mit dem Zodiac machen konnten. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bewegten wir uns wie Marsmännchen, aber diese "Ausflüge" waren sehr eindrucksvoll. Einmal gab's Pinguine, Kormorane & Albatrosse zu bestaunen und ein anderes Mal führten uns die Zodiacs direkt vor einen Gletscher. Der Wellengang war anfänglich - trotz des schlechten Wetters - gering, weil wir uns in geschützten Gewässern (Magellan Strasse & Beagle-Kanal) befanden - also nicht im offenen Meer! 
Die änderte sich aber schlagartig vor dem Kap Hoorn. Morgens um 05.30h befand Dani sich mit zwei weiteren Verrückten auf dem Oberdeck. Der Wellengang war ein paar Meter hoch - zwei Ozeane prallen hier auf einander! Der Wind peitschte einem fast vom Schiff. Für Dani war es zu diesem Zeitpunkt klar, dass wir am Kap Hoorn unmöglich an Land gehen konnten. Es schien unmöglich bei diesem Wellengang und Wetter in die Zodiacs zu steigen. Es wurde  einem unwillkürlich bewusst, warum das Kap Horn als so gefährlich gilt. Man kann sich kaum vorstellen, dass vor 450 Jahren die ersten Weltumsegler diese Stelle mit Holzsegelbooten bewältigten.

Es wird vermutet, dass zwischen 16. und 20. Jahrhundert mehr als 800 Schiffe am Kap Hoorn kenterten und über 10'000 Seeleute ums Leben kamen.

Innerhalb von einigen Minuten veränderte sich jedoch die Wetterlage: es wurde wie durch ein Wunder hell am Himmel und als wir die "Löwen-Bucht" erreichten, wurde auch der Wellengang geringer und wir konnten  uns auf die "Landung" am Kap Hoorn vorbereiten. Die Dramaturgie hätte nicht besser sein können!
Es gibt wohl nur wenige Orte auf der Welt, an denen sich Menschen so verwundbar fühlen und zugleich von einer magischen Aura umgeben sind. 
Kap Hoorn ist bestimmt einer davon. Wir waren überwältigt!

Eine chilenische Familie lebt jeweils für ein Jahr auf dem Kap Hoorn - sie hiess uns herzlich willkommen und freute sich über den Butter, den sie von unserer Crew bekam.

Das Denkmal auf der Insel ist an die Seeleute aller Nationen gewidmet, die gegen die Unbarmherzigkeiten der Natur in diesen Gewässern kämpften.

Zurück auf dem Schiff mussten wir die Intensität der atmosphärischen Phänomene dieser Region zuerst einmal verdauen. 
Es bleibt ein einzigartiges und einmaliges Erlebnis!


Mittwoch, 7. November 2012

Ein Traum wird wahr .. - am Kap Hoorn!


Der Zufall will es, dass sich unsere Terminplanung mit dem Fahrplan eines Schiffes kreuzt! Die "M/V Via Australis" fährt von Punta Arenas(Chile) nach Ushuaia(Argentinien) über die Magellanstrasse durch den Beagle-Kanal zum Kap Horn.  
Dieses Abenteuer wollen wir uns nicht entgehen lassen! Hasta luego!


Dienstag, 6. November 2012

El Calafate - Perito Moreno



Zwischen Bariloche und El Calafate liegen 26 Busstunden - entsprechend haben wir uns für's Flugzeug entschieden! El Calafate ist die Heimat von Staatspräsidentin Cristina Fernandez de Kirchner. Sie verbringt fast jedes Wochenende hier und mit etwas Glück kann man sie in einem der eleganten Restaurants erspähen.
Wir haben dieses Touristen-Nest, das in den letzten 10 Jahren von 6'400 Einwohner auf über 17'000 Einwohner gewachsen ist, nur aus einem Grund aufgesucht: Der Gletscher "Perito Moreno"! Die Besonderheit dieses Gletschers besteht darin, dass er immer noch kontinuierlich wächst. Die 53 km grosse Eismasse drückt den gesamten Gletscher jeden Tag um 2 cm vorwärts. Und so erlebt man das Schauspiel, dass sich grosse Eisbrocken immer wieder vom Gletscher lösen und mit enormen Getöse in den vorgelagerten Lago Argentino donnern. Das ist eine Wucht! Und wohl DAS HIGHLIGHT jedes Argentinien-Reisenden. Der bekannte Berg "Fitz Roi", der Aufgrund seiner Form und der unberechenbaren Wetterverhältnissen bis heute als extrem schwierig zu besteigen gilt, haben wir wegen den schlechten Wettervorhersagen ausgelassen. Das wäre ohnhin wieder 250 km Anreise gewesen..!

Sonntag, 4. November 2012

Die Argentinische Schweiz - Fondue essen



15 Stunden Busfahrt trennt die Ostküste Patagoniens von der Westküste: nach einer endlosen Nacht haben wir San Carlos de Bariloche - in den patagonischen Anden - erreicht. Die Kulisse mit den schneebedeckten Bergen, dem See Nahuel Huapi, den Schokoladenfabriken, den Bernhardiner-Hunden (inkl. Fässchen!), den Fondue-Restaurants sowie den unzähligen Souvenierläden erinnert uns an die alte Postkarten-Schweiz. Wir sind beeindruckt von den Nationalpärken "Nahuel Huapi" & "Lanin" sowie vom "Weg der sieben Seen". Der Vulkanausbruch vom Juni 2011 hinterlässt leider bis heute seine Spuren. Die Vulkanasche fühlt sich wie Feinstaub an und ist bis heute nicht gänzlich verschwunden. Auf dem Weg nach "San Martin de los Andes" hat der Wind die Asche derart aufgewirbelt und unsere Sicht betrübt, dass wir teilweise nicht weiterfahren konnten: die Landschaft war wie von einer Staubglocke bedeckt. 

Auf ein feines Fondue haben wir uns sehr gefreut! Aber die Enttäuschung war gross, als wir Toastbrot serviert bekamen und der Käse einer undefinierbarer Masse gleichkam. Einzig

der Weisswein war ein edler Tropfen aus Mendoza!

Montag, 29. Oktober 2012

Wale, Pinguine und ein leerer Tank


Nach dem Ausflug in den warmen Norden haben wir zwei Tage in Buenos Aires verbracht, bevor es weiter in den kühlen Süden nach Trelew ging. Denise hat herausgefunden, dass man in Argentinien zu günstigen Preisen fliegen kann; vorausgesetzt, man hat einen argentinischen Wohnsitz vorzuweisen. Und so haben wir ein bisschen geschummelt (!) und fliegen jetzt innerhalb Argentiniens zum Einheimischen-Tarif! Beim ersten Check-in war Dani etwas nervös, aber mit einem mehr oder weniger lupenreinen Spanisch geht man glatt als Argentinier durch!! 
Die letzten Tage haben wir auf der Peninsula Valdes verbracht und Wale, Seeelefanten sowie Pinguine bestaunt. In Valdes gibt es eine Bucht, wo sich jedes Jahr hunderte von Walen paaren. Die Weibchen gebären ihre Babys in der selben Bucht und tollen so lange da herum, bis ihre Sprösslinge selbständig sind. Es war faszinierend, die Wale mit ihren Jungen aus nächster Nähe zu betrachten - eine kleine und eine grosse Flosse nebeneinander her schwimmend!
Die Pinguine waren ebenfalls niedlich. Jetzt ist gerade Brütezeit - die Weibchen sitzen auf ihren Eiern und warten bis der Nachwuchs herausschlüpft.
Ganz ohne Panne ging es dann doch nicht! Als wir Trelew Richtung Punta Tombo - der Pinguinkolonie - verliessen, war unser Benzintank noch mehr als ein Viertel voll. Wir gingen davon aus, dass sich auf dieser Strecke (120 km) noch irgendwo eine Tankstelle befindet. Aber denkste! Patagonien ist ein Gebiet der Einsamkeit - man lese Bruce Chatwin's "In Patagonien"! Die vermeintlichen Dörfer, die auf unserer Strassenkarte angegeben waren, waren keine Dörfer, sondern Estancias, d.h. einzelne Häuser. So kamen wir mit leerem Tank in Punta Tomba an; im Niemandsland .. da gibt es nix, ausser ein paar Touristen & jede Menge Pinguine!! Mit Hilfe der Parkwächterin konnten wir ein Auto von Besuchern finden, das ebenfalls mit Benzin fährt - (in Argentinien werden die meisten Autos mit Gas betrieben!).
Glücklicherweise war der Besitzer dieses Autos äusserst hilfsbereit und der Zufall wollte es, dass sein Tank voll war. So konnten die Parkwächter mittels Schlauch und Kanister 10 Liter Benzin absaugen. Man stelle sich vor: Schlauch in den vollen Tank, Mund an den Schlauch und ziehen bis das Benzin fliesst! Danach in umgekehrter Richtung in den leeren Tank - alles einfache Physik, aber für uns ein Schauspiel!
Uff; das ging noch mal gut aus! Und wir sind um eine Erfahrung reicher: die Argentinier sind unheimlich hilfsbereite Menschen!




   


Mittwoch, 24. Oktober 2012

Nordwesten - Andenküche



Die Reise in den Nordwesten von Argentinien beinhaltet alle Klimazonen. Am deutlichsten zum Ausdruck kommt dies auf dem Weg zum Valle Calchaquies, wo man in der Schlucht des Rio Los Sodas plötzlich von dampfendem Urwald umgeben ist. Aber wenige Kilometer bergaufwärts wechselt es dann bereits zu Trockengrasebenen. Diese begleiten einem bis zur Passhöhe, wo die Kandelaberkakteen die heisse Umgebung schmücken. Im Tal folgt fruchtbare Vegetation mit Früchten, Gemüse, Obst, aber auch exklusiver Wein.  Das Wasser für die Bewässerung kommt aus dem Rio Calchaqui. 150 Kilometer entfernt befindet sich die wunderbare Kolonialstadt Salta, die auf einer Hochebene (1200m) gebaut ist und uns eine angenehme Woche in einer schönen Stadtwohnung - über den Dächern von Salta! - beschert. Von hier aus unternehmen wir einen Ausflug nach Purmamarca & Tilcara, nahe der Chilenisch-/Bolivanischen Grenze. Trotz dem Tourismus wirkt diese Gegend und ihre Bevölkerung noch sehr authentisch. Wir geniessen hier zur Abwechslung - nach dem vielen Fleisch! - die Andenküche. Es gibt die leckersten Speisen mit Quinoa & Mais. Wir könnten jeden Tag "Tamales" essen - eine rustikale Maismasse mit Zwiebeln & Käse, eingewickelt in grosse Maisblätter. 
Oder Quinoa-Empanadas - kleine Teigküchlein mit einer Curry-Quinoa Füllung. Mmmmh! Auf dem Markt haben wir neben Cocablättern eine kleine Spezie knorpliger Kartoffeln gefunden - eine geschmackliche Sensation, die uns noch lange in Erinnerung bleibt!

Freitag, 12. Oktober 2012

Reisen birgt Überraschungen - Santos Populares


Reisen in Argentinien, fern von den Touristenhochburgen, birgt so einige Überraschungen! Eine Unterkunft zu finden, kann echt anstrengend sein. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man auch in grösseren Städten, mit ca. 50'000 Einwohnern, nicht unbedingt mit Übernachtungsmöglichkeiten rechnen kann. In den selben Städten gibt es jeweils auch nur eine Bank, einen Bäcker und einen Metzger. Anstehen und warten; das scheint die Argentinier nicht zu stören - sie sind keine ungeduldigen Menschen; auch wenn man am Zahltag schon mal ein paar Stunden vor dem Bankschalter warten muss. In eben diesen Städen (wohin sich in der Regel auch keine Touristen verirren!), gibt es auch keine Restaurants. Denn wer kann sich schon leisten, auswärts zu essen? Tja, so sind wir mit unserer Organisation etwas weitsichtiger geworden! Wenn immer möglich, planen wir unsere  Etappenziele im Voraus und entscheiden mit Hilfe des Internets, wo wir übernachten möchten. Die Preispolitik der Argentinier ist sehr willkürlich, zumindest was die Uebernachtungen anbelangt. Ein gutes Verhandlungsgeschick ist Gold wert!  
Generell haben wir uns das Reisen in Argentinien preiswerter vorgestellt. Unsere Budgetplanung kommt arg in die Schieflage! So weichen wir, wenn immer möglich, in günstigere Hostals aus. Die sind oft wunderschön gelegen, mit Innenhof und genügend Platz zum Spielen für die Buben, aber die Sauberkeit lässt manchmal zu wünschen übrig. Letztin haben wir bei Adrian übernachtet. Adrian hat ein wunderschönes Haus von seiner Grossmutter geerbt - ein Schmuckstück aus dem Jahr 1920. Leider kommt das Haus dem Zerfall nahe. Als erstes haben wir unsere Socken angezogen, damit die Teppichmilben nicht über unsere Zehen laufen! Würg! Am schlimmsten war der Gedanke, dass sich unter den Teppichen bestimmt der allerschönste Parkettboden befindet.
Wir schmunzeln manchmal einwenig über den Argentinier, der sich überaus gerne im Superlativ ausdrückt: 
"wir sind die weltbesten Fleischesser, wir haben den höchsten pro Kopf Verbrauch an Seife (?!), die breiteste Strasse der Welt (Avenida 9 de Julio), den grössten Gletscher der Welt (Perito Moreno), die schönsten Frauen (!), den grössten Staatsbankrott etc.!
(Anmerkung von Dani: wo sie recht haben, haben sie recht - das schönste Tor der Fussballgeschichte am 22. Juni 1986, WM-Viertelfinale Argentinien gegen England, 2:0 durch Diego Maradona)!! 
Schmunzeln müssen wir übrigens auch einwenig über die "Santos Populares". Das sind kleine Altäre, dich sich vorzugsweise am Strassenrand befinden. Sie werden regelmässig von den Argentiniern aufgesucht, sei es für ein Gebet oder eine kurze Bekreuzigung. Wenn schon das Leben nicht viel Grund zu Hoffnung gibt, dann muss man sich eben mit übernatürlichen Strömen des Heils begnügen.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Rosario - Besuch im Krankenhaus


Wenn man nach Rosario fährt, begegnet man zuerst riesigen Müllhalden. In den Vororten der grossen Ballungszentren leben viele Menschen vom Abfall, einige leben direkt auf der Müllhalde in Blechhäusern.
Danach folgen abbruchreife Betonklötze; und erst am Ende erreicht man das sehenswerte Stadtzentrum. In Rosario gibt es eine schöne Fussgängerzone mit vielen Gebäuden aus der Kolonialzeit. Viele Häuser sind jedoch in einem schlechten Zustand; es wären Juwele, die eine Renovation dringend nötig hätten. Es tut weh, diesen Zerfall zu sehen. Nur selten sieht man einen Neubau, einzig die Regierungsgebäude und die Monumente sind in einem guten Zustand. Trotzdem kann man sich gut vorstellen, wie die Stadt zu ihrer Blütezeit gestrahlt hat. Rosario ist Argentinies drittgrösste Stadt (1.3 Mio Einwohner) und gleichzeitig die Geburtsstadt von Che Guevara. Die Menschen sind sehr warmherzig und hilfsbereit; viele können nicht glauben, dass wir eine Reise mit zwei Kindern durch Argentinien unternehmen. Das Spanisch der Argentinier bringt uns immer wieder in Schwierigkeiten - wir verstehen manchmal nur jedes dritte Wort! Trotzdem meinen viele immer wieder, dass wir aus einem anderen Südamerikanischen Land kommen. So erkennt man in uns den Kolumbianer, Equadorianer oder Venezolaner.
Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Rosario bekam Thiéry Fieber, Husten & Halsschmerzen.  Wir versuchten, in einer Farmacia ein Paracetamol zu bekommen, aber die Apothekerin wollte uns nichts verabreichen. Sie beordete uns ins Hospital Publico, um die Ursache genauer zu klären. Dort angekommen, wollten wir eigentlich gleich wieder umkehren! Die Zustände sind so armselig - in Argentinien sollte man besser nicht ernsthaft krank werden.
Wir entschieden uns, doch zu bleiben und nahmen unseren Platz in der Warteschlange ein. Nach einer Stunde (schneller als im KispiZH!)wurde Thiéry von einem jungen Assistenzarzt untersucht - kostenlos! Danach bekamen wir unser "no name" Paracetamol und konnten sorglos weiterreisen. Bei Thiéry's Fieber handelt es sich offenbar um einen harmlosen Virus.

P.S.: Das Krankenauto im Bild ist derzeit in Rosario im Einsatz.